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Donnerstag, 21. Januar 2010

Wie ein Handtuch mein Leben beeinflusst



Das ist nicht unbedingt zu den fleißigsten Menschen gehöre, wusste ich, aber dass sich aus reiner Faulheit eine Kausalitätskette rieseigen Ausmaßes hinter dem unterlassen einer einzigen Tätigkeit verbirgt, ist mir neu. Tatsäch rede ich 2 Wochen vor meinen Abiturklausuren nicht vom lernen und dem verspielen meiner beruflichen Zukunft, dafür lerne ich nämlich tatsächlich, sondern von einer Banalität. Ich habe kein Handtuch mehr. Vor circa einer Woche ist mir eine Wasserflasche auf meinem Schreibtisch ausgelaufen. Aus Angst vor Sachschäden an wichtigen Formularen und Dokumenten, also hauptsächlich meiner Computermaus, habe ich das erste gegriffen, was mir auf der panischen Suche nach etwas saugfähigem unter die Fingen gekommen ist, im Inneren betend, dass doch die blöde „Zewa-Wisch-und-Weg“-Mutter gleich um die Ecke biegen möchte. Enttäuscht von Mama Zewa griff ich also nach meinem Handtuch - ein Fehler, wie ich eine Woche später resümieren muss.

Noch am selben Abend stand ich mit triefend nassem Gesicht im Badezimmer und erinnerte mich, dass ich mein eigenes Handtuch ja zum eindämmen der Fluten genutzt hatte und es leider auch versäumt hatte, ein neues zu holen. Ich also das nächst beste Handtuch gegriffen und ins Bett gegangen. Am nächsten Morgen, verschlafen um 7 Uhr, komme ich wie immer mit leicht schlechter Laune aus der Dusche und will mich abtrocknen. Dazu muss ich das Missverständnis aus der Welt schaffen, dass ich nicht etwa schlecht gelaunt aus der Dusche komme weil ich mich nackt sehen oder an sich Duschen musste, sondern weil ... Es ist einfach 7 Uhr Morgens. Ich stehe also wie Gott mich schuf im Badezimmer und nehme mein über den Badewannenrand gehängtes Handtuch um mich abzutrocknen – und bekomme noch schlechtere Laune. Mario Barth lehrte und bereits, dass Männer eigentlich nur einen Stuhl brauchen, um ihr Klamotten abzulegen. Stimmt auch soweit, nur Mann ist natürlich nicht doof und legt auf selbigen Stuhl sein Handtuch. Leider ist er auch nicht klug genug sein Handtuch an die Heizung zu hängen. Frauen werden mich loben, da ich mein Handtuch immerhin nicht auf den Boden schmeiße wie es andere tun. Dafür gibt es eine einfache Erklärung: Dort liegen schon meine Sachen, die ich vor dem Duschen ausgezogen habe. Theoretisch wäre es tatsächlich sogar klüger mein Handtuch auf den Boden zu schmeißen, denn immerhin haben wir im Badezimmer Fußbodenheizung, doch aus unergründlichen Zusammenhängen welche die Relativitätstheorie und den Bibel Code beinhalten tue ich es einfach nicht. Die Illuminaten lassen grüßen.

Ich musste mich also mit einem nassen Handtuch abtrocknen und jeder der einmal Schwimmen war, weiß wie eklig es ist, sich mit einem feuchten, kalten Handtuch abzutrocknen. Ich hätte in diesem Moment eigentlich den Entschluss fassen müssen, die geschätzten 2 Meter durch den Flur zur Wäschekammer zu gehen, um mir ein neues Handtuch zu holen, dies habe ich jedoch auch nicht getan. Wahrscheinlich habe ich mich so geärgert über meine eigene Dummheit, dass ich auf diese banale Idee nicht einmal gekommen bin. Ich also gleich mit schlechter Laune in den Tag gestartet. Beim Frühstück musste ich bemerken, dass der Vorrat an Brot zur Neige ging. Der Tag verlief weiterhin recht normal.

Ihr dürft nun 3 mal raten was die nächsten 5 Tage passiert ist und was nicht? Richtig, das Brot ist alle und mein nasses Handtuch hängt immernoch über dem Badewannenrand. Nun muss ich einkaufen gehen, was mich vom lernen abhält. Ein Handtuch ist Schuld an meiner Abiturklausurnote

1 Comments:

Handtücher hat gesagt…

Erfrischend zu lesen, supi! :)