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Mittwoch, 28. April 2010

Über das Leid der Jugend von heute

Scheiß Drecksbälger. Diese respektlosen Wichte die man sich ebenso gut blau und mit weißen Zipfelmützen vorstellen könnte. Nur damit sie einen nicht ganz so aufregen würden. Und weil man die Hoffnung noch nicht aufgeben müsste, dass irgendwann Gargamel kommt und sie einfängt, um irgendwas bößes mit ihnen zu machen. Weiß eigentlich irgendwer wozu der die Schlümpfe einfagnen wollte? Egal. Böse wars auf jedenfall! Ich bin wütend. Naja, Mist so langsam eigentlich schon nicht mehr. Hmm das mit den Schlümpfen scheint wohl zu helfen. Oder es ist einfach die Zeit die verstrichen ist. Worauf ich letztendlich hinaus will ist der Verfall unserer Gesellschafft. Das Vergessen der guten alten Werte. Die Dekadenz im Allgemeinen und die Arroganz beim Einzelnen.
Ihr seht es ist mir ernst.

Aber vielleicht sollte ich erstmal langsam und von vorne erzählen. Auslöser für solche Gedanken, die das schlechte Benehmen der kleineren Menschen unseres schönen Planeten zelebrieren, kann es schließlich viele geben und wer sie noch nicht hatte ist schlichtweg zu jung. Ob es sich nun um den Winzling handelt, der sich in der Essensschlange vordrängelt, weil er ja noch wachsen müsse und deshalb ein höheres Anrecht auf eine Mahlzeit hätte, oder der Haufen zu kurz Geratener, die sich nun stilecht als Gangster Crew zu etablieren versuchen. Oder schreibt man die jetzt Gangzterzzz? Ich komm da mit der neuen Jugendsprache nicht mehr ganz so mit, was aber auch egal ist, da des einzig auf die Art ankommt, wie sie sich verhalten. Ohne Respekt wird da drauflos profiliert. "Je mehr Beleidigungen und desto älter derjenige ist, dem ich sie entgegenwerfe, umso cooler bin ich", scheint da der Leitgedanke zu sein. Denn wenn man wirklich was auf sich hält, dann reicht es natürlich nicht, in den von Mama ausgesuchten und gekauften Klammotten lässig an der Wand zu lehnen. Nein! Da muss natürlich das ebenso vom Elternteil erlernte Handelsmuster abgespult werden. So durfte sich etwa eine weibliche Bekannte zuletzt beim Praktikum in der Grund(!)schule
von nem Schüler auf'm Arsch schlagen lassen. Zur Rede gestellt bekam sie dann ein "aber Papa macht das auch immer so" zu hören.

Für uns pseudo-psychologisch Begabte birgt das leider ein Problem: Diese Bälger wurden natürlich alle durch ihre Kindheit, die wahrscheinlich auch noch unerträglich schwer war, geprägt und sind deswegen quasi unschuldig, weshlab wir unsere Wut umleiten müssen. Also knöpfen wir uns mal die Eltern vor. Diese "Ich erzieh mein Kind anit-autoritär" und "es soll seine eigenen Grenzen finden" Ökos zum Beispiel. Natürlich kann der dreijährige Klein Kevin selbst entscheiden wie viel Süßigkeiten er essen will. Interessiert ja auch keine Sau. Dumm nur wenn der süße Fratz dann auch noch selbst entscheidet wann er gerade mal die Große Pause und wo sein großes Geschäft macht. Wenn dazu noch die Kindervolkskrankheit ADS hinzukommt steht einer steilen Karriere im Jugendknast nichts mehr im Wege. Oder wir nehmen die "Dank Frauentausch bin ich das Viech endlich los" und "Geh ma in den Zimmer mit das Staub spielen, Mama macht grad Pause vom Rauchen" Rabenmüttern. Da versuchen die armen Kinder dann, in der edlen Absicht zu teilen, auch anderen Gleichaltrigen ihr Leid physisch mitzuteilen. Oder man beachte unsere "Ich bin doch nicht blöd und geh arbeiten wenn ich Hartz IV kriege" Faulsäcke. Durch nicht beigebrachtes verantwortungsgefühl zieht man so die Fernsehstars von Morgen auf. Zumindest zu "Raus aus den Schulden" und "Schluss mit Hotel Mama" sollte es reichen. Bei solchen elterlichen Vorbildern kann ja nichts aus den Jüngsten werden.

Aber wo finden wir die dann? Übrig bleibt zum Glück noch die gute alte Generation Wiederaufbau. Doch die scheint leider auch mit den Jahren leicht verbittert geworden zu sein. Hier wird zumindest der Fernseher nicht mehr gebraucht: Wozu hat man schließlich einen Balkon oder wenigstens ein Straßenfenster? Na klar, um die, durch die mordene Medizin teils zu sehr verlängerte, Lebenszeit mit dem anstiften anderer Mitbürger zu verbringen. Da wird extra das Hörgerät lauter gestellt, um eine Ruhestörung reklamieren zu können. Oder man verklagt den armen Menschen, der die "Betreten Verboten" Schilder auf dem Rasen anbringen muss, da er auf dem Rückweg über eine "gesperrte Grünfläche" gelaufen ist. Diese von einem Freund zuletzt treffend als Hitleromas bezeichneten Geschöpfe, haben zusätzlich zu Hitler ähnlichen Attitüden auch noch einen Hauch von Gollum in sich. Dieser Teil kommt dann zum Vorschein, wenn die Hobbitse, beziehungsweise die Jugend von heute, den Schatz, besser bekannt als das Land das sie mit eigenen Händen in den Krieg geführt und danach wieder aufgebaut haben, an sich reißen wollen und scheinbar in den Abgrund werfen möchten.

Aber wer kanns ihnen verübeln. Schließlich fang ich schon mit 19 jungen Jahren an die Jugend von heute zu denunzieren. Denn wie sagt man doch so schön, "eher als dass die meine Rente bezahlen, bezahl ich deren Knastaufenthalt". Und es kann nur schlimmer werden. Schließlich macht die Jugend von heute die Jugend von morgen...

Dienstag, 13. April 2010

Fremdenvermittlung

Es ist Samstagabend. Ich habe langeweile und sitze vor meinem Computer. Eigentlich ist gerade Montagabend aber mir ist gerade ebenfalls langweilig und ich schreibe jetzt einfach über meine langeweile am Samstagabend. Das nächste mal wenn ich langeweile habe, dann schreibe ich einfach über die langeweile die ich heute habe und wie ich darüber schreibe. Das wird toll.

Es ist also Samstagabend und ich habe keine Ahnung was ich tun soll. Die Videospiele die ich besitze, bieten so langsam keinen Anreiz mehr, was eigentlich ein Anreiz dafür wäre, mal eine Kolumne darüber zu schreiben, wieso mich Videospiele nicht mehr so begeistern wie früher und warum ich sie mir überhaupt noch kaufe. Das kann ich ja machen wenn mir das nächste mal langweilig ist. Ein Buch lesen wäre natürlich auch eine Möglichkeit, doch leider habe ich keines mehr, welches mich interessiert. Das ist insofern keine Ausrede, dass ich nämlich sogar ein Mensch bin, der sogar freiwillig Bücher liest, doch nur eben auch einer, der bei soetwas ein bisschen wählerisch ist. Ich könnte natürlich auch einfach wieder in den Strudel der Verdammnis eintauchen, doch leider ist dieser in letzter Zeit für mich ein wenig zum erliegen gekommen, da ich mit meiner unglaublichen und übermenschlichen Geschwindigkeit mit der ich die Seiten meiner „Favoriten“ durchsehe, die Blogger und Newsmacher dieser Welt überholt habe. Ich also weiterhin auf der Suche nach Unterhaltung und Spannung. Da erinnerte ich mich an die „RTL 2 NEWS“, welche voller Unglaube eine neue Revolution des Chats mit völlig Fremden gepriesen haben, eine Erfindung Names „Chatroulette“. Im groben geht es darum, dass ich mich mit Webcam vor meinen Computer setze, auf den „Next“-Button klicke und dann mit irgendwem per Zufall verbunden werde. Ich also die Gelegenheit genutzt und ganz up-to-date die Webcam angeschaltet und die Seite angesurft. Bereits nach kurzer Zeit. Ich verspürte leichte Aufregung bevor ich anfing – diese verflog nach 2 Minuten und ich habe die Seite bis jetzt nicht wieder besucht und möchte es eigentlich auch nicht mehr. Der Grund? „Chatroulette“ ist anonym. Bedeutet ich kann machen was ich will und niemand weiß wer ich bin und wird es wahrscheinlich nie erfahren. Wenn ich also einen schlechten Tag habe und genervt einfach Menschen beleidigen möchte, die dabei dann in mein wutverzerrtes Gesicht schauen, dann könnte ich genau das bei „Chatroulette“ machen. Ich könnte auch einfach den Menschen mit Gesten begrifflich machen, was ich von ihrem Haarschnitt halte oder meine politische Meinung äußern wie ich will. Natürlich könnte ich auch einfach meine Geschlechtsteile in die Kamera halten und dabei „YMCA“ tanzen. „Chatroulette“ ist der Beweis dafür, dass immernoch viel Menschen tanzen...

Ich denke, ich habe in den 2 Minuten in denen ich ein aktiver Teilnehmer der „Chatroulette“-Bewegung war, mehr Geschlechtsteile männlicher Mitglieder der Weltgemeinschaft mit Internetanschluss gesehen als die durchschnittliche Prostituierte in meinem örtlichen Bordell. Natürlich gibt es auch Menschen, die sich lediglich mit einer Maske auf dem Kopf vor den Computer setzen, ihren Bauch zeigen oder tatsächlich ihr wahres Gesicht. Doch die Zahl der Penise war mit in diesem Moment irgendwie doch zu hoch. Meine „Chatroulette“ Erfahrung sah in etwa so aus: Mann mit Maske, Penis, Penis, Mann mit Maske, gruseliger Mann im dunkeln, nackter Hintern, Nackter in Komplettansicht, Penis in Nahaufnahme mit Hut, Mann, Mann, Junge. Tatsächlich habe ich keine einzige Frau gesehen. Die haben irgendwie nicht das Bedürfnis ihre Geschlechtsteile einem völlig Fremden zu präsentieren. Da stellt sich mir persönlich doch dir Frage, was hier falsch läuft. Ein guter Freund hat mir gesagt, dass es sich hierbei möglichweise um einen Ausdruck der Menschen handelt. Haben Menschen also wirklich das Bedürfnis etwas verbotenes zu tun und nutzen diese Plattform nun, um etwas anstößiges zu machen? Oder ist es ihnen einfach nur egal?

Ich habe letztens einen Stream von Ashton Kutcher gesehen, der zufälligerweise bei sich zu Hause den Erfinder von „Chatroulette“ hatte. Anscheind kann man mit einer guten „New Media“ Erfindung auch Ashton Kutcher besuchen gehen. Auf jedenfall hat der sich zu diesem Problem geäußert und erklärte, dass es dafür den „Report“ Button gebe, damit die Communitiy selber solche Knilche aussperre. Warum treffe ich dann aber immernoch so viele Männer, die ihr Genital in die Kamera halten? Gucken sich das wirklich Menschen an oder haben die den nur noch nicht entdeckt? Oder sind sie von dem Anblick hypnotisiert? Vielleicht hat ein Penis in 640x480 ja eine einschläfernde Wirkung und die Leute dösen bei dem hin und her einfach ein, bemerken gar nicht mehr was sie dort gucken und werden dann von Mama vor dem Computer erwischt...

„Chatroulette“. Warum ist es so beliebt?