Eigentlich bin ich normal. 19 Jahre alt, mit dem Fernsehen aufgewachsen und mit Videospielen groß geworden. Ich spiele seit 13 Jahren Fußball und bin seit 16 Jahren aktiv am Fußball gucken. Mein erstes Videospiel war „ Super Mario Brothers 3“. Wer kennt nicht den kleinen italienischen Klemptner? Damals war ich in etwa 4 Jahre alt und hatte eigentlich keiner wirkliche Ahnung von dem, was ich dort tat. Pilze sind gut, „gehende“ Hundehaufen mit Augen sind schlecht und das prägte mein Leben. Ich habe dieses Spiel wirklich nie ausgiebig gespielt. Zum einen lag dies daran, dass ich damals noch von meiner Mutter regiert wurde und diese mich doch tatsächlich keine 5 Stunden am Stück spielen ließ, zum anderen war ich tatsächlich ziemlich schlecht.
Trotzdem kam damals schon der Nerd in mir durch. Ich beschäftigte mich auch außerhalb der Zeit vor dem Fernseher mit dem Spiel in dem Fernseher.
Ich: „Mama? Was gibts heute zu essen?“
Mutter: „Pfannkuchen, Schatz.“
Ich: „ Ich möchte heute meinen mit Pilzen. Am besten die mit Punkten. Ich will groß und stark werden.“
Mutter, leicht verwirrt: „Warum dann die Pilze? Du isst doch sonst immer Apfelmus!?“
Ich: „ Ja, aber Super Mario isst Pilze und wird dann groß. Ich will auch wachsen!“
Meine Mutter war zwar ein wenig gerührt von dieser Aussagen, trotzdem hatte dies eine Unterredung mit meinem Vater zur Folge, sodass meine Videospielzeit pro Woche halbiert und ich in einem Fußballverein angemeldet wurde. Das war allerdings nicht das Ende meiner Karriere als Gamer. Es folgten weitere Titel die gespielt werden wollten. Als Sohn eines Rennsportfan wurde ich dann schnell zu einem Rennspiel Fanatiker, welcher auch heute noch in mir steckt.„Rally Racing 97“ war zwar kein weltbewegender Titel, für mich aber das Tor zu den unendlichen weiten der „Personal Computers“
Wenige Jahre später begegnete mir dann der Titel, welcher mich auch heute noch begeistert wie kein zweiter und grund für die heutige Kolumne ist: „Roller Coaster Tycoon“ aus der Feder von Chris Sawyer war damals ein sehr gutes Spiel und ist auch heute noch eines. Es war relativ einfach aufgebaut, machte aber viel Spaß und war einer der wenigen Titel den wirklich jeder spielen konnte. Wer das Spiel nicht kennt, hier eine kurze Zusammenfassung: Bei RollerCoaster Tycoon geht es darum einen Park zu bauen, der auf der einen Seite eine gute Bewertung bekommt und auf der anderen Seite Geld in eure Kassen spült. Das ganze dann in Pixel-Grafik und Wuseloptik.
Klingt eigentlich nach einem recht simplen Spiel. Dennoch gerät der verzückte Spieler schnell in Stress wenn mal wieder eine Achterbahn kaputt geht, vor der Wasserrutsche die Gäste Nummer 902, 782 und 398 auf den Boden kotzen und man schließlich bemerkt, dass weder genug Personal für die Reperatur der immernoch stillstehende Achterbahn, noch für das Aufwischen des Bodens vorhanden ist. Hat man dann erst einmal genug Personal eingestellt, muss jedoch dafür gesordt werden, dass eben dieses neu eingstellte Person das tut, was es soll. Der glückliche Pixelreinigungsmensch, der in beliebig wählbarer Uniformfarbe über den Bildschirm hüpft, neigt nämlich von Haus aus dazu, genau das zu tun, was gerade gar nicht hilft. Diesen zu erklären, dass Rasenmähen eine blöde Idee ist, während der Ausgang der selbstgebauten und deshalb recht heftigen Achterbahn in den oralen Auscheidungen der Gäste 902, 782 und 398 versinkt, ist doch eine Aufgabe die ihre Zet benötigt.
Gleichzeitig sind jedoch neue Attraktionen erschienen, welche zwar schön anzusehen sind, jedoch erstmal im Park untergbracht werden wollen. Platz muss gesucht und im Zweifelsfalle geschaffen werden, Ein- und Ausgang platziert und mit Wegen versehen werden. Ist der Park nun endlich fertig und das Level geschafft, sind 3 Stunden vergangen. Trotzdem hat man das wohlige Gefühl etwas geschafft zu haben.
Tatsächlich finde ich seit dem Spiel kaum noch weitere, die mich so ohne weiteres vor den Computer locken. Natürlich spiele ich immernoch Videospiele. Diese halten mich aber meist nicht länger als 2 Stunden vor dem Fernseher oder Monitor. Spielen in Maßen, es sei denn, ein Park will gebaut werden, dann schaffe ich es nicht einmal mehr, einen Sat...



