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Dienstag, 13. April 2010

Fremdenvermittlung

Es ist Samstagabend. Ich habe langeweile und sitze vor meinem Computer. Eigentlich ist gerade Montagabend aber mir ist gerade ebenfalls langweilig und ich schreibe jetzt einfach über meine langeweile am Samstagabend. Das nächste mal wenn ich langeweile habe, dann schreibe ich einfach über die langeweile die ich heute habe und wie ich darüber schreibe. Das wird toll.

Es ist also Samstagabend und ich habe keine Ahnung was ich tun soll. Die Videospiele die ich besitze, bieten so langsam keinen Anreiz mehr, was eigentlich ein Anreiz dafür wäre, mal eine Kolumne darüber zu schreiben, wieso mich Videospiele nicht mehr so begeistern wie früher und warum ich sie mir überhaupt noch kaufe. Das kann ich ja machen wenn mir das nächste mal langweilig ist. Ein Buch lesen wäre natürlich auch eine Möglichkeit, doch leider habe ich keines mehr, welches mich interessiert. Das ist insofern keine Ausrede, dass ich nämlich sogar ein Mensch bin, der sogar freiwillig Bücher liest, doch nur eben auch einer, der bei soetwas ein bisschen wählerisch ist. Ich könnte natürlich auch einfach wieder in den Strudel der Verdammnis eintauchen, doch leider ist dieser in letzter Zeit für mich ein wenig zum erliegen gekommen, da ich mit meiner unglaublichen und übermenschlichen Geschwindigkeit mit der ich die Seiten meiner „Favoriten“ durchsehe, die Blogger und Newsmacher dieser Welt überholt habe. Ich also weiterhin auf der Suche nach Unterhaltung und Spannung. Da erinnerte ich mich an die „RTL 2 NEWS“, welche voller Unglaube eine neue Revolution des Chats mit völlig Fremden gepriesen haben, eine Erfindung Names „Chatroulette“. Im groben geht es darum, dass ich mich mit Webcam vor meinen Computer setze, auf den „Next“-Button klicke und dann mit irgendwem per Zufall verbunden werde. Ich also die Gelegenheit genutzt und ganz up-to-date die Webcam angeschaltet und die Seite angesurft. Bereits nach kurzer Zeit. Ich verspürte leichte Aufregung bevor ich anfing – diese verflog nach 2 Minuten und ich habe die Seite bis jetzt nicht wieder besucht und möchte es eigentlich auch nicht mehr. Der Grund? „Chatroulette“ ist anonym. Bedeutet ich kann machen was ich will und niemand weiß wer ich bin und wird es wahrscheinlich nie erfahren. Wenn ich also einen schlechten Tag habe und genervt einfach Menschen beleidigen möchte, die dabei dann in mein wutverzerrtes Gesicht schauen, dann könnte ich genau das bei „Chatroulette“ machen. Ich könnte auch einfach den Menschen mit Gesten begrifflich machen, was ich von ihrem Haarschnitt halte oder meine politische Meinung äußern wie ich will. Natürlich könnte ich auch einfach meine Geschlechtsteile in die Kamera halten und dabei „YMCA“ tanzen. „Chatroulette“ ist der Beweis dafür, dass immernoch viel Menschen tanzen...

Ich denke, ich habe in den 2 Minuten in denen ich ein aktiver Teilnehmer der „Chatroulette“-Bewegung war, mehr Geschlechtsteile männlicher Mitglieder der Weltgemeinschaft mit Internetanschluss gesehen als die durchschnittliche Prostituierte in meinem örtlichen Bordell. Natürlich gibt es auch Menschen, die sich lediglich mit einer Maske auf dem Kopf vor den Computer setzen, ihren Bauch zeigen oder tatsächlich ihr wahres Gesicht. Doch die Zahl der Penise war mit in diesem Moment irgendwie doch zu hoch. Meine „Chatroulette“ Erfahrung sah in etwa so aus: Mann mit Maske, Penis, Penis, Mann mit Maske, gruseliger Mann im dunkeln, nackter Hintern, Nackter in Komplettansicht, Penis in Nahaufnahme mit Hut, Mann, Mann, Junge. Tatsächlich habe ich keine einzige Frau gesehen. Die haben irgendwie nicht das Bedürfnis ihre Geschlechtsteile einem völlig Fremden zu präsentieren. Da stellt sich mir persönlich doch dir Frage, was hier falsch läuft. Ein guter Freund hat mir gesagt, dass es sich hierbei möglichweise um einen Ausdruck der Menschen handelt. Haben Menschen also wirklich das Bedürfnis etwas verbotenes zu tun und nutzen diese Plattform nun, um etwas anstößiges zu machen? Oder ist es ihnen einfach nur egal?

Ich habe letztens einen Stream von Ashton Kutcher gesehen, der zufälligerweise bei sich zu Hause den Erfinder von „Chatroulette“ hatte. Anscheind kann man mit einer guten „New Media“ Erfindung auch Ashton Kutcher besuchen gehen. Auf jedenfall hat der sich zu diesem Problem geäußert und erklärte, dass es dafür den „Report“ Button gebe, damit die Communitiy selber solche Knilche aussperre. Warum treffe ich dann aber immernoch so viele Männer, die ihr Genital in die Kamera halten? Gucken sich das wirklich Menschen an oder haben die den nur noch nicht entdeckt? Oder sind sie von dem Anblick hypnotisiert? Vielleicht hat ein Penis in 640x480 ja eine einschläfernde Wirkung und die Leute dösen bei dem hin und her einfach ein, bemerken gar nicht mehr was sie dort gucken und werden dann von Mama vor dem Computer erwischt...

„Chatroulette“. Warum ist es so beliebt?