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Mittwoch, 15. April 2009

Mittwoch

6:50 - mein Wecker klingelt. Ich wache auf und habe sofort schlechte Laune.

Warum? - Es ist 6:50 Uhr. Schlechte Uhrzeit. Ich drehe mich um und schlaf wieder ein.
Ein Fehler. Um 7:15 wach ich wieder auf. Noch schlechter gelaunt als vorher. Warum? - Ich muss jetzt langsam aufstehen. Im Badezimmer angekommen denke ich langsam über das nach, was mich heute erwarten wird. Meine Laune verbessert sich. Mein Tag beginnt mit einer Doppelstunde Deutsch bei einem meiner aktuellen Lieblingslehrer. Ein geschätzte 1,57 Meter großer Mann mit einer sehr freundlichen Art, der während der letzten Klausur mit den Worten "Beaufsichtigt euch mal kurz selber, ich hol mir jetzt einen Kaffee!" für etwa 15 Minuten verschwunden ist.

Auf dem Weg zur Schule bleibt meine Laune ungefähr gleich. Die Sonne scheint und ich merke, dass es heute noch warm wird. In dem Klassenzimmer angekommen sinkt meine etwas, da wir immernoch über Georg Büchner's Buch Woyzeck reden. Jedes Kapitel, so scheint es, wird eine Doppelstunde lang behandelt. Lustig ist es trotzdem, allein durch unseren Lehrer.

Meine Laune steigt. Pause. Bis mir bewusst wird, dass ich gleich Geschichte habe. Nicht, dass ich etwas gegen Geschichte habe. Das sollte ursprünglich mal mein LK werden, der war mir aber zu voll und somit habe ich den abgewählt und sitze jetzt im GMK-LK, in dem mein Lehrer mir sagt, dass mein mündlicher Zwischenstand bei ihm brilliant ist, da ich immer sehr gut in den Stunden mitmache und immer gute Textkenntnisse bei den Hausaufgaben habe. Der Mann weiß allerdings nicht, dass ich die Texte nie wirklich lese. Wie ich das mache? Keine Ahnung, ich kann's einfach.

Zurück zu Geschichte. Wie gesagt, es liegt nicht an dem Fach. Viel mehr an dem Lehrer. Wobei - Lehrer trifft nicht ganz zu. Er ist Referendar. Und selbst das ist - bei seiner Autorität - noch ganz schön auf die Kacke gehauen. Bei ihm steh ich ca. auf 7 Punkten momentan, wobei ich im ersten Semester noch knapp am Unterkurs vorbeigeschrammt bin.

IN MEINEM EHEMALIGEN LK.

Mehr möchte ich dazu auch hier nicht sagen. Diese Stunden übersteht man irgendwie. Man amüsiert sich einfach über alles, was einem einfällt. Oder man plant den restlichen Tag. Bis man merkt - scheiße, gleich Physik. Schnell geht die Frage nach den Hausaufgaben rum. Natürlich hatten wir etwas auf. Und natürlich hab ich es nicht gemacht. Also wird der Kram in Geschichte abgeschrieben. Das kostet übrigens echt Zeit und somit vergeht Geschichte noch schneller.

Physik. Eigentlich mag ich Physik. Deshalb ist meine Wahl bei den Naturwissenschaften ja auch auf Physik gefallen. Letztes Jahr stand ich auf soliden 9 Punkten. Nicht die Welt, aber ich wollte ja auch kein Physiker werden. Seit ich in diesem Jahr meinen neuen Physik-Lehrer habe, rase ich konstant mit 160 km/h auf den Unterkurs zu.

Warum? Weil ich nichts mehr in Physik kann. Und das ist noch aufgerundet. Dafür gibt es verschiedene Gründe. Einer davon ist meine Faulheit. Kann ich nicht abstreiten, ich weiß, dass ich faul bin und ich steh da auch zu.

Ein anderer Grund ist aber, dass diese Faulheit mittlerweile einen gesunden Anteil an Trotz und Hass hat. Den Ursprung finden mein Hass und Trotz in dem behämmerten Lockenträger, der mich jeden Mittwoch und jeden zweiten Montag einfach nur ankotzt. Im wahrsten Sinne. Gut, er kotzt mir nicht auf die Klamotten. Aber er nervt mich ungefähr so, wie jemand, der mich jeden Mittwoch und jeden zweiten Montag ankotzt. Und das auch noch, wenn ihr schon wisst, dass dieser jemand euch jeden Mittwoch und jeden zweiten Montag ankotzen wird.

Heute zum Beispiel. Ich bin Stufensprecher. In der Pause vor Physik hatten wir ein Treffen, das sich etwas in die Länge gezogen hat, weshalb 3 andere aus meinem Kurs und ich eben erst um 12:15 in den Unterricht kamen. 15 Minuten zu spät. Mein Gott, passiert halt mal. Jeder Lehrer nimmt das mit einem Kopfnicken zur Kenntnis und wenn jemand nicht bescheid weiß, wird eben nachgefragt.

Dieser Lehrer nicht. Er weiß bescheid. 4 Stufensprecher in seinem Kurs kommen alle etwas später. Er muss uns dann natürlich ersmal sagen, dass das so ja nicht geht. Wir müssten unsere Treffen eben zu anderen Zeiten machen. Nachmittags zum Beispiel. Schließlich würden die Lehrer ihre Konferenzen ja auch nicht während der Schulzeit abhalten, sondern eben Nachmittags.

Da drängt sich mir die Frage auf: "Warum fällt dann andauernd Unterricht aus mit der Begründung, der jeweilige Fachlehrer sei auf einer Konferenz?" Schwachkopf -.-

Ein weiteres Beispiel ist schon etwas länger her. Ich sitze an meinem Platz und habe Durst, also trinke ich einen Schluck meiner Cola. Gut, dass Getränke im Unterricht ein häufiger Streitpunkt zwischen Lehrern und Schülern sind braucht mir keiner zu sagen. Aber der Film, den Locke davon gemacht hat, war absolut Hollywoodreif.

"Du kannst jetzt mal rausgehen und draußen austrinken." (Wohl gemerkt: Meine Cola war schon wieder zu und in meinem Rucksack.)

"Ich hab aber gar keinen Durst mehr." - "Doch, geh mal raus und trink da weiter." - "Aber ich will doch gar nichts mehr trinken." - "Ich möchte aber, dass du jetzt rausgehst." Ich also raus. 5 Minuten später kommt er dann auch raus und hält mir einen 10-Minütigen Vortrag darüber, dass meine Aktionen im Unterricht, wie eben erwähntes Trinken meiner Cola, ja meine schlechte Arbeitseinstellung ihm und seinem Unterricht gegenüber widerspiegeln würde und dass dies für ihn in keinster Weise zu tolerieren sei und ich den Stoff, den ich nicht verstanden habe, eben nachholen müsste und das nicht erst zur Klausur, sondern schon vorher, da ich ja vorher meine mündlichen Punkte sammel und sonst nicht mitarbeiten könnte, was mir die Chance auf eine gute mündliche Punktzahl natürlich zerstören würde und so weiter, und so weiter...

Ich habe etwas getrunken.


Und genau aus diesem Grund, weil er mich einfach nervt, bin ich jetzt auch schon zu Hause. Sport am Nachmittag konnte ich mir nicht mehr antun. Ich brauchte Schluss.

Montag hab ich wieder Physik, juhu....