Was ist es, dass euch wichtig ist?
Heute saß ich in meinem Englisch Leistungskurs. Unsere Hausaufgabe bestand darin, ein Essay über einen Gegenstand zu schreiben, zu dem wir eine persönliche Bindung haben. Gut, ich habe diese Hausaufgabe natürlich vergessen. Aber schlau wie ich bin, habe ich mir Gedanken in der Pause zuvor gemacht.
Was gibt es da so?
Meine Freundin? - Da hätte es logistische Schwierigkeiten gegeben, sie hatte nämlich schon Schluss und wäre nie freiwillig mit zu meinem Englisch-Unterricht gekommen.
Was hab ich denn noch so dabei?
Geld, Uhr, Haustürschlüssel, Führerschein, Schulsachen, Handy. Gut, zu meinem Geld hab ich jetzt nicht so die persönliche Bindung, sonst hätte ich nach jedem Partywochenende ein schlechtes Gewissen. Meine Uhr trifft auf eine solche Bindung schon eher zu. Immerhin war sie ein Geschenk und ich trage sie dauerhaft. Außerdem leg ich großen Wert auf Pünktlichkeit. Aber nee, irgendwie auch eine scheiß Story. Jeder hat mal was geschenkt bekommen, wenn man also zu jedem Geschenk eine persönliche Bindung hat, weil es einem viel bedeutet, bleiben am Ende keine Gefühle mehr für Freunde usw. übrig. Ist quatsch.
Haustürschlüssel? - Gut, überlebenswichtig, wenn man auf einer Party ist. NIEMALS - NIEMALS - verlieren - ich spreche da aus Erfahrung.
Führerschein? - Hm nee, wenn hab ich eine Bindung zu meinem Auto und nicht zu meinem Lappen.
Schulsachen? - ....
Handy? - Handy! Das ist es! Ein Geschenk meiner Eltern und ich bin darauf angewiesen, ohne mein Handy wäre ich tagsüber ziemlich aufgeschmissen, so viel wie ich unterwegs bin. Da ruft gerne mal irgendjemand an "Wo bist du? Lass mal was starten." - Ohne Handy nicht möglich.
Ich hatte also meinen Gegenstand und hab mich in den Unterricht gesetzt, wo unser Lehrer dann alle Gegenstände eingesammelt hat und auf einen Tisch legte. Da lag dann alles mögliche, so Essstäbchen vom Chinesen, ein Football mit Autogrammen, ein Rucksack, ein 1-Centstück, ein Kuscheltier, ein Foto, Magneten die Geräusche machen und ein Fotoalbum. Also wirklich alles mögliche und jedes Ding hat seine eigene Story. Ich war natürlich als erstes dran, meine Story zu erzählen und fing an, von wegen wie sehr ich auf mein Handy tagsüber angewiesen bin und was es nicht noch alles gibt.
Mein Feedback kam dann prompt quasi in Form von Kritik. Es sei langweilig, wir kennen es alle und auch wenn es ein Geschenk ist und ich möglicherweise sehr darauf angewiesen bin, ist es nichts besonderes.
Das hat mich zum Nachdenken angeregt. Wie selbstverständlich ist es, dass wir den ganzen Tag - solange wir es denn wollen - erreichbar sind? Wie selbstverständlich und langweilig ist es, dass ich, egal wo ich gerade bin, in's Internet gehen kann um alles mögliche zu checken, und wenn es nur irgendetwas ist, das ich googlen muss? Und wie selbstverständlich ist ein elektronisches Gerät, das einen Ton von sich gibt, weil ich eine neue SMS bekommen habe und mir damit Freude macht?
Was ist es also, das euch sehr wichtig ist, worauf ihr nur ungerne verzichten wollt oder könnt? Und denkt vor allem an die Dinge, die euch euren Alltag vereinfachen, die ihr vielleicht als selbstverständlich anseht.
Freitag, 19. Juni 2009
Was ist es...?
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