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Montag, 5. Oktober 2009

Was Frauen Wollen?



Für den Großteil der männlichen Welt ist es und wird es immer ein Rätsel bleiben was Frauen denken. Mit einer Ausnahme: Mel Gibson, der in Strumpfhosen und Nagellack vom Blitz getroffen wurde.

Warum aber fragen Frauen so viel weniger danach, was Männer denken? Es liegt nahe, dass die meisten Frauen wohl enttäuscht sein würden, wie simpel und unkompliziert doch Gedankengänge der Männer sind. Natürlich kann ich das nicht bestätigen. Ich hab es mir sagen lassen.
Frauen selber sehen ihre Gedanken und somit auch ihre Verhaltensweisen aber nicht nur undurchdringlich. Ich persönlich finde sie nur manchmal verwirrend. Wie zum Beispiel.. wenn Freundinnen im einen Moment immer hinter einander stehen und sich liebevoll aufopfern und im nächsten Moment, wenn die andere nicht dabei ist, h i n g e b u n g s v o l l zu lästern. Da unterscheiden sich aber auch die Charaktere. Ich bin froh, dass es so nicht mit meiner besten Freundin zugeht. Zurück zu den Männern –
Als einen der wichtigsten Eigenschaften von Männern sehen Frauen nach einer Umfrage der Vanity Fair das Einfühlungsvermögen. Gleich hinter der Intimhygiene. Das heißt:

1. Männer sollen versuchen Frauen zu verstehen.
2. Dschungeltendenzen sind Schlussmachgründe. Nicht immer ist der Weg das Ziel...

Mangelndes Einfühlungsvermögen lässt einen darüber nachdenken, was denn erwünscht wird. Somit fragt man nach den Gedanken des Anderen. Was aber ist so faszinierend gerade an Frauengedanken?
Frauen reden wesentlich weniger direkt über das was sie wollen. Ausgesprochen wird nur das, was nicht am Stolz kratzt. Das ist mehr oder weniger ausgeprägt. Zum Beispiel ergreifen Frauen auch bei anfänglichen Beziehungen mal ganz gerne die Chance. Und machen sich damit noch mysteriöser, jedenfalls bin ich erstaunt wenn so etwas in der Art mal bei mir passiert.
Hier also mal ein kleiner Einblick in einen wohl wichtigen Teil im Leben. Fängt eine Frau an, jemanden zu daten, stellt sie sich zwei leitende Fragen: Was erwarte ich von ihm? Und das beliebte: Wo soll das alles hinführen? Zeitweise kommt noch das „Was erwartet er von mir?“ dazu, hauptsächlich aber vor dem ersten Date, wenn die Nervosität doch ein bisschen stärker ist erwartet. Denn erste Dates sind immer aufregend, ob nun positiv oder negativ. Man lernt jemanden kennen, der vorher nicht recht im Leben Platz als die Rolle eines möglichen Geliebten gefunden hat.

Denn hier einmal ein Paradebeispiel:
Ein erstes Date.
Es ist Winter.
Ihre letzte Beziehung endete mal gerade vor, sagen wir, 4 Wochen und sie ist nun glücklich getrennt. Und eigentlich auch glücklicher Single. Aber dieser Mann fragt sie nach einer Verabredung. Sie sagt sich selbst überraschend sofort „ja“. Wirklich viel erwarten tut sie bis jetzt noch nicht, obwohl sie ja schon so ein paar Sachen weiß. Dann kommt die erste ernste Frage.
Wann darf man sich nach einer langen Beziehung wieder mit jemandem Neuen Treffen? Sind 4 Wochen nicht zu wenig? Aber warum nicht? Man sollte sich nicht so sehr davon abhängig machen was andere denken.
Also macht sich die Frau am Tag des Dates fertig. Fest vorgenommen, nicht zu viel vom Anderen zu erwarten, geht sie ein kleines Programm durch. Obwohl beide nur vorhaben einkaufen zu gehen geht sie mittlerweile das große Programm durch, inklusive der Beinrasur, die vor sich hingeschoben wurde, seit dem Schluss war mit dem letzten Freund und die Außentemperatur generell unter 0°C lag. Schnell einmal noch alle Macken durchgehen und sich zusammenreißen. Der leichte Irrsinn sollte noch nicht so schnell ans Licht kommen. Genauso wenig wie die Verplantheit. Dann kommt das erste Problem. Und jetzt geht’s an die Klischees. Was zieht man an?







10 Minuten später findet sie sich immer noch vorm riesengroßen Haufen von Klamotten. Zu bieder, zu freizügig, zu auffallend. Obwohl wahrscheinlich die meisten Männer an einer Frau freizügig toll fänden. Das hört dann aber auch auf, wenn die Frau die eigene Freundin ist. Einigen macht es wahrscheinlich auch nichts aus, dass die eigene Maus anderen Männern ihre knackigen Vorteile zeigt. Die sind aber auch nie eifersüchtig und das grüne Gift soll ja angeblich gar nicht so schlecht sein. Also nicht das Nacktkleidchen. Bieder geht sowieso gar nicht, man will ja auch nicht so wirken, als wenn man für gar nichts zu haben wäre. Wenn der Mann nicht gerade ein Löwe in Sachen Eroberung ist oder auf den süßen, spießigen Typ steht, ist dies definitiv der falsche Weg.

Wieso geht es jetzt eigentlich doch darum, was er erwartet oder wie er ist und wie er einen erobern kann? Wie man den besten Eindruck hinterlässt? Teilweise lacht man dann schon über sich selber und schraubt ein wenig zurück.

Also gibt’s etwas, in dem man sich wohl fühlt. Die Wahl fällt auf ein lockeres Trägerkleid. Dazu dann noch ein schwarzer Mantel und die neuen Schuhe. Erst jetzt fällt auf, dass es eigentlich scheißegal ist, was sie unter dem Mantel trägt. Draußen sind -2°C und sie wird sicherlich nicht nur im Kleid draußen herumtanzen. Aber egal. Sicher ist sicher und man will ja auch nicht wie J.D. aus Scrubs enden, der auch nicht dachte er würde sein Hemd ausziehen und endete dann mit einem unglaublichen schwulen zu kurzem rotem Top.
Schön sie ist drei Minuten zu früh fertig. Dann kriegt er auch nicht gleich mit, dass sie so gut wie immer zu spät kommt. Sie steht also schon angezogen im Flur, wenn er klingelt und vermeidet zunächst peinliche Gespräche mit den Eltern. Das wird auf später verschoben.
Ein wenig unruhig geleitet sie ihn zum Auto und ihr wird die Tür aufgehalten. Wow. Und auf einmal mag sie Gentlemen.

Die Verabredung lief gut. Es wurde mäßig eingekauft und mehr geredet, aber hauptsächlich bemerkt sie, dass sie sich wohlfühlt in seiner Gegenwart und das heißt soviel wie: Ich will dich wiedersehen.
Allgemeine Fragen zum Leben des Anderen. (Dass Frauen Männer übrigens immer testen wollen, stimmt eigentlich gar nicht! Nur wenn eine Antwort besonders aus dem Rahmen fällt gehört dies zur Abwägung einer möglichen Beziehung – Und hört nicht auf Men’s Health: Wenn eine Frau absurdester Weise fragt, ob man denn an die große Liebe glaubt, sollte man nicht antworten, dass man bis gerade eben noch nicht daran geglaubt hat.)

Insgesamt gab es dann doch einen kleinen Verstoß gegen die Manierregeln. Fast ist sie gegen eine Laterne gelaufen und hat damit ihre Verplantheit preisgegeben. Ansonsten aber alles glatt gegangen. Ritterlich rettete er sie vor dem harten Stahl. Und diese kleinen Berührungen vollbringen Wunderbares.

Zuhause angekommen wird die beste Freundin angerufen und alles erzählt. Inklusive des Winds der ihm den Puderzucker ins Gesicht geweht hat. Sah süß aus. Glück muss geteilt werden. „Wo soll das hinführen?“ mit einem fetten Grinsen im Gesicht. Es lässt sich also festhalten: Frauen sind immer hingebungsvoll. Und 4 Wochen reichen anscheinend für ein Singledasein.

4 Comments:

Anonym hat gesagt…

Wow ein genialer Text, bitte mehr davon.
Vielleicht hilft das uns Männern, die Frauen noch besser zu verstehen ?

Anonym hat gesagt…

Wie machst du das immer..??? ;-O
Voll aus dem Leben... Perfekt! Genau ist es...
C.

Jessyi hat gesagt…

Romantisch, jedoch in keinster Weise kitschig. Realität, aber auch träumerisch.

Ein vierwöchiges Single-Dasein oder auch ein anderthalbjähriges, hauptsache einem wird bewusst, dass man nicht immer eine Beziehung (oder einen Mann) braucht um glücklich zu sein.
Mit Männern wird alles komplizierter, nicht immer negativ gesehen, eine Beziehung ist etwas wundervolles, vorallem wenn sich die zwei wie füreinander geschaffenden gefunden haben :)

Ruhig mehr Kolumnen wie diese ;)

Anonym hat gesagt…

Süss + Fantastisch!

MfG
DAMO